Rütli mich, schüttli mich |
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Gewalt ist keine LösungAus der Situation in der Rütli-Schule werden vor allem zwei Schlussfolgerungen gezogen, die entweder nicht weitreichend genug oder sogar komplett falsch sind. |
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"Lösen wir die Hauptschulen doch einfach auf"Mehr Polizei, härtere Kontrollen gehören zu den einfallslosesten Vorschlägen. Aber auch mehr Sozialarbeiter oder bessere Einbeziehung der Eltern bleibt Symptombekämpfung. So berechtigt die eine oder andere Maßnahme im konkreten Krisenfall sein mag: Eine langfristige Perspektive kann sie nicht bieten. Bei der Hauptschule selbst anzusetzen, kommt dem Problem schon näher. Weil das Problem liegt im gesamten Schulsystem. In Berlin wird schon in der sechsten Klasse (und in anderen Bundesländern sogar noch früher) entschieden, welche Chancen man im späteren Leben hat, bzw. im Fall der Hauptschule vielmehr, welche Chancen man nicht hat. Das dreigliedrige Schulsystem zementiert damit gesellschaftliche und soziale Unterschiede. Es sortiert diejenigen, aus denen noch was werden soll, in die Gymnasien und diejenigen, die auch noch eine Chance bekommen sollen, in die Realschulen. Für die Hauptschulen bleiben nur noch der Rest, der von der Gesellschaft bereits aussortiert wurde. Es reicht deshalb nicht, die Hauptschulen mit den Realschulen zusammenzulegen. Auch Gymnasien sind ein Auslaufmodell. Die Gesamtschule macht ausschließlich als integrierte Schule Sinn, in der die drei herkömmlichen Schultypen aufgehoben sind. Dadurch würden alle Schüler eine fairere Chance auf einen vernünftigen Bildungsabschluss erhalten. Einem demokratischen Bildungsideal entspricht nur eine Schule, in der "bessere" und "schlechtere" SchülerInnen gemeinsam lernen und sich gegenseitig unterstützen. Nicht nur die Hauptschule ist gescheitert, sondern das ganze deutsche Schulsystem. "Manche wollen sich einfach nicht integrieren"Mal wieder wird behauptet: "Multikulti ist gescheitert." Dabei ist eine multikulturelle Gesellschaft noch nicht einmal angestrebt worden. Und was es noch nicht gegeben hat, kann auch kaum gescheitert sein. Wie aufgeschlossen dieses Land ist, erkennt man deutlich an der Forderung (die natürlich auch bei dieser Gelegenheit mal wieder erhoben wird): "Jugendliche Straftäter schneller abschieben!" Erst gibt man ihnen keine Chance, und wenn sie die dann nicht nutzen, will man sie loswerden, weil sie eigentlich schon immer unerwünscht waren. Oder was sollen Einbürgerungstest, Rasterfahndung, Abschiebeknäste, Leitkulturdebatte anderes signalisieren? Gescheitert ist also nicht Multikulti, sondern eine rassistische Ausgrenzungsgesellschaft. Die Situation an der Rütli-Schule ist kein Ausländerproblem, wie uns weiszumachen versucht wird, sondern vor allem ein soziales Problem. Dass Menschen die Regeln einer Gesellschaft, welche sie gar nicht teilhaben lässt, nicht besonders respektieren, kann kaum überraschen. Die Perspektivlosigkeit, die inzwischen weite Teile dieser Gesellschaft erfasst, die kein vernünftiges Auskommen haben - noch nicht einmal eine realistische Chance darauf - ist Ursache der Probleme. Die Tatsache, dass das Menschen mit migrantischem Hintergrund viel öfter trifft, ist Ausdruck des strukturellen Rassismus unserer Gesellschaft. >> Flugi zum Download |
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