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Am Sonntag, 16.3.03 haben Kontrolleure der
UNMOVIC gemeinsam mit JungdemokratINNen/Junge Linke die
Julius-Leber-Kaserne in Berlin aufgesucht, um sie auf
Massenvernichtungswaffen zu überprüfen.
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JungdemokratInnen/Junge
Linke (JD/JL) protestieren gegen den Irakkrieg und deutsche
Unterstützungsleistungen dafür.
Die Szene ist altbekannt:
Fahrzeuge der UN fahren vor Kasernen vor, um nach Massenvernichtungswaffen
zu suchen und verlangen Einlass.
Der Ort ist ungewöhnlich: die
Berliner Julius-Leber-Kaserne in Reinickendorf am Sonntagmorgen. Denn
weitgehend unbekannt ist, dass auch Deutschland faktisch über
Massenvernichtungswaffen verfügt.
So weißt der vorgestellte
„Zwischenbericht“ der jungen Inspekteure auf, dass im Eifelstützpunkt
Büchel zehn Atomsprengköpfe der US-Armee unter deutscher Verfügungsgewalt
stehen. Neben dieser sog. „nuklearen Teilhabe“ Deutschlands weisen sie vor
allem auf die Forschung an biologischen Impfstoffen hin, zu der es der
Herstellung erheblicher Mengen von B-Waffen bedarf.
Grund
genug für die AktivistInnen von JungdemokratInnen/Junge Linke, auch in Berlin
nach solchen Waffen zu suchen.
Die von SchülerInnen und StudentInnen getragene
Organisation demonstriert damit gegen den Irakkrieg. „Es ist absurd, mit
einem Krieg Massenvernichtungswaffen abrüsten zu wollen.“, erklärt Judith
Hartstein, friedenspolitische Sprecherin. „Nie wäre die Gefahr des
Einsatzes solcher Waffen durch den Irak größer, als in der
Verteidigungssituation.“ Die UN-Inspektoren hätten in den 90er Jahren mehr
Waffen im Irak zerstören lassen, als es die USA mit kriegerischen
Maßnahmen geschafft hätten. „Die Massenvernichtungswaffen sind ein
vorgeschobener Grund.“, so Hartstein weiter. „Die tatsächlichen Gründe
müssen andere sein, etwa wirtschaftliche und strategische.“
Aber auch die Bundesregierung erntet harsche Kritik der
KriegsgegnerInnen. So habe Rot-Grün Überfluggenehmigungen erteilt, verstärke
die Panzerkontingente in Kuwait statt sie abzuziehen, ermöglichte einen
einfachen Truppenaufzug über britische und us-amerikanische Militärstützpunkte in
Deutschland und stelle AWACS-Flugzeuge und -Besatzungen. „Wenn die Regierung
konsequent wäre, wäre sie nicht in Afghanistan für abgezogene US-Truppen in die
Bresche gesprungen.“ erklärt Hartstein. „Wenn Schröder Frieden will, soll er
doch mit gutem Beispiel vorangehen und abrüsten. Die Beteiligung an Kriegen in
Kosovo und Afghanistan lässt erkennen, das Rot-Grün keine Probleme mit blutigen
Kriegen haben.“
Unverrichteter Dinge müssen die Inspektoren aus
Berlin zurückkehren. Doch Ihr Chefinspektor stellt klar: „Wir brauchen
einen ‚system change’. Bringt der offizielle Weg keinen Erfolg, müssen wir
eben die radikaldemokratische Opposition in Deutschland bei ihren Zielen
unterstützen.“
Seite erstellt am: 24.01.99 | last modified: |
Redaktion: JungdemokratINNen/Junge
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