Die LiSA ist die SchülerInnengruppe von JungdemokratInnen/
Junge Linke Berlin. Wir – das sind SchülerInnen und an Schulpolitik
Interessierte – setzen uns mit bildungspolitischen Themen auseinander und
betrachten diese in ihrem gesellschaftlichen Kontext.
Darüber hinaus
beschäftigen wir uns mit weiteren politischen Themen wie beispielsweise
Antimilitarismus oder Antirassismus.
Warum?
Aus unserer Sicht ermöglicht Bildung jedem
Individuum an gesellschaftlichen Prozessen teilzuhaben. Sie ist somit
Ausgang für Emanzipation und Fortschritt sowie eine wichtige Grundlage für
die Existenz einer Gesellschaft. Eine bedeutende Rolle nehmen hierbei
Schulen ein. In Schulen spiegeln sich gesellschaftliche Verhältnisse wider
und werden reproduziert, deswegen haben Veränderungen im Schulsystem auch
Auswirkungen auf die Gesellschaft.
Mit unserer Kritik an der in
Schulen herrschenden Autorität und fehlenden Demokratie stellen wir auch
gesellschaftliche Verhältnisse in Frage.
Schulkritik
Der derzeitige Unterricht zeichnet sich
durch vorgeschriebene Stunden- und Rahmenpläne aus. SchülerInnen können
keinen Einfluss darauf nehmen, was, wie und wann sie lernen.
Gleichberechtigung und Demokratie sind in Schulen zwar Gegenstand des
Unterrichts aber gelebt werden beide nicht. SchülerInnen haben kaum
Möglichkeiten, dem Alltagsterror im Unterricht zu entgehen. In Schulen
wird Selektion betrieben und der Konkurrenzkampf trainiert.
Die
Selektion ist dem Schulsystem durch seine Mehrgliedrigkeit immanent. Nach
der 6. Klasse wird durch die Einteilung in einen der Schultypen
festgelegt, wer später einen gut bezahlten und anerkannten Beruf ausüben
darf und wer nicht. So werden gesellschaftliche Hierarchien bereits in der
Schule produziert und verfestigt. Dieses System nimmt keinerlei Rücksicht
auf die individuellen Entwicklungsprozesse von SchülerInnen. Wir gehen
nicht davon aus, dass es begabte und weniger begabte SchülerInnen gibt und
fordern deshalb die Abschaffung der mehrgliedrigen Schulsystems zugunsten
eines einzigen Schultyps ohne jegliche Selektion.
Selektion wird
darüber hinaus durch Noten betrieben. Noten sind aus Sicht der LiSA ein
willkürliches Instrument zur Gängelung von SchülerInnen. Von ihnen hängt
ab, welchen Schulabschluss man bekommt; so werden mit den Zensuren auch
die Lebenschancen vergeben. Noten sind – entgegen des Dogmas – nicht
objektiv. Die Noten, die man bekommt sind abhängig von dem/der LehrerIn,
der/die sie gibt. Damit wird das Abhängigkeitsverhältnis zwischen
SchülerInnen und LehrerInnen verfestigt. Weiterhin dienen Noten zur
Sozialdisziplinierung von SchülerInnen: Wer zu spät kommt, den Unterricht
“stört” oder die Hausaufgaben nicht macht, muss mit schlechten Noten
rechnen. Die Bewertung erzwingt somit Anpassung und Gehorsam; sie sichert
die Autorität der Lehrperson ab. Noten sorgen dafür, dass SchülerInnen
sich nicht mit den Themen beschäftigen, die sie interessieren, sondern mit
dem, was verlangt wird. Als LiSA fordern wir die Abschaffung von Noten und
allen Bewertungssystemen, damit selbstbestimmtes Lernen möglich wird.
Neben der in Schulen betriebenen Selektion zeichnen sich Schulen
dadurch aus, dass sie ein demokratiefreier Raum sind. Undemokratisch sind
sie zum einen, weil SchülerInnen in allen Entscheidungsgremien – wenn
überhaupt – unterrepräsentiert sind. Zum anderen weil diese Gremien
gegenüber der Schulleitung nur geringfügige Rechte haben und nicht über
Lernformen und Unterrichtsinhalte sowie die Wahl der Schulleitung
entscheiden können. Aus unserer Sicht müssen diese Entscheidungen von
einer Schulkonferenz gefällt werden, in der VertreterInnen aller am
Schulleben Beteiligten gemäß ihres prozentualen Anteils an der
Schulbevölkerung vertreten sein müssen. Weiterhin kämpfen wir für die
Rechte von SchülerInnenvertretungen, dies beinhaltet neben den oben
genannten Mitbestimmungsrechten auch ein politisches Mandat für SVen.
Da wir Bildung als Schlüssel zu gesellschaftlicher Teilhabe und Basis
der Persönlichkeitsentwicklung betrachten, ist es unabdingbar, dass der
Zugang zu Schulen und Universitäten kostenlos ist. Als LiSA sprechen wir
uns damit klar gegen Privatisierungstendenzen im Bildungssektor aus.
Radikaldemokratisch, emanzipatorisch &
parteiunabhängig
JungdemokratInnen/Junge Linke, zu denen die
LiSA gehört, sind ein parteiunabhängiger politischer Jugendverband mit
radikaldemokratischem und emanzipatorischem Selbstverständnis.
JungdemokratInnen/Junge Linke setzen sich ein für die Emanzipation des
Einzelnen und für gesellschaftlichen Verhältnisse, die Selbstbestimmung
umfassend ermöglichen. JungdemokratInnen/Junge Linke sehen keine
Möglichkeit, allein über Parlamente und Parteien tief greifende
demokratische Veränderungen zu bewirken. Parlamente sind nach Ansicht der
JungdemokratInnen/Junge Linke zwar demokratische Errungenschaften, doch
ihr tatsächlicher Einfluss ist begrenzt.
JungdemokratInnen/Junge Linke
verstehen sich als Selbstorganisation von Jugendlichen. „Jugendpolitik“
bedeutet für uns Politik von Jugendlichen, die sich für politische Ziele
organisieren und gemeinsam engagieren. Wenn wir etwas bewegen wollen,
müssen wir unsere Interessen selbst in die Hand nehmen und damit der
Entmündigung, die Jugendliche tagtäglich in dieser Gesellschaft erleben,
entgegentreten.
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